Siehe da, der Kelch geht nicht an mir vorbei …
Es war also NICHT die Langeweile, die mich gerade trieb.
Vielmehr die von Kumpel Kalle erwähnte Herstellung eigener Musik und dessen Folgen, wollte man derartige Produktionen, wie er sie bislang mit der ominösen KI kreiert hatte, vermeintlich unerkannt unters Volk mischen.
Ich hatte nicht vor, IRGENDWAS öffentlich zu machen. Und das wird auch so bleiben. Kumpel Kalle dachte bislang ebenso, wurde zwischenzeitlich aufgrund seiner Aktivitäten mit einem KI-Bot von dessen Betreibern mit dem unmoralischen Angebot angefixt, die von ihm „produzierte“ Musik zu veröffentlichen und im Gegenzug für jeden Daumenhochklick einen Pfennig zu verdienen. Allerdings müsse er erstmal einen Pro-Account dafür einrichten. Und das DER nicht kostenlos ist, dürfte jedem klar sein. Kalle soll selbst rechnen, ob sich das rechnet …
Von daher betrifft mich die derzeit und aufgrund der fast schon unglaublich schnell anmutenden Entwicklung und die daraus heftig umstrittene Rechtslage überhaupt nicht. Kalle hingegen sah es aus aktuellem Anlass als erforderlich an, SEINE hier als „Gastbeitrag“ unter seinem Pseudonym „E-Jay Kalle“ veröffentlichten Kreationen von nun an bitte NICHT mehr zur staunenden Ansicht zu stellen, weil er aufgrund der verwendeten Titel und Stimmen seiner mit einer KI generierten und nach seinem Geschmack modifizierten Soundtracks – die ich persönlich als durchaus anhörbar empfinde – Sanktionen befürchte.
Den Zahn musste ich ihm ziehen. Und war wieder mal ärgerlich darüber, dass er sich nicht mit dem, was ich hier insgesamt als wichtige Info für den eingeladenen Nutzer meiner Inhalte zur Verfügung stelle, beschäftigt hat. Denn dann hätte sich das Thema direkt erledigt gehabt: diese Inhalte sind NICHT-ÖFFENTLICH und niemand ausser den von mir persönlich eingeladenen natürlichen Personen können die Inhalte „konsumieren“. Wer nicht eingeladen ist, begeht Hausfriedensbruch und kann schon mal überhaupt nicht abmahnen. Schon traurig, dass solche Leute wie der Kalle, die weitestgehend beratungsresistent und dadurch kompliziert aber eigentlich doch insgesamt als menschlich angenehm in ihrer Mitwelt in Erscheinung treten, viel lieber nur sich selbst und ihr eigenes Handeln und Schaffen als einzig wichtig ansehen, und andere Ausdrucksformen lediglich als bevorzugt untergeordnet einstufen.
Diese Erkenntnis ist aber hinsichtlich der Ankündigung in der Überschrift dieses Beitrags nicht gemeint.
Der Umstand, dass Bilderschauen – also Dia-Shows – nicht nur von den gezeigten Bildern leben, sondern vielmehr als audiovisuelle Kombination mit einer möglichst zum Bildthema passenden Klangkulisse angereichert werden sollten, trieb mich heute dazu, MusikGPT – ein Pendant von ChatGPT – auszuprobieren. Chat GPT lieferte mir letztes Jahr bei ersten Versuchen im Umgang mit dieser neuen Technik verblüffende Ergebnisse. Wobei ich der Sache insgesamt aber doch immer sehr kritisch gegenüber bleiben werde und mich NIEMAND von den vermeintlichen Fähigkeiten einer KI im sozialen und/oder Kunst schaffenden Bereich überzeugen braucht. Die KI ist vielleicht für analytische Aufgaben gut, die ein Mensch wenn überhaupt nur viel langsamer und dann mit Fehlern behaftet bewältigen könnte. Aber für soziale Interaktion ist eine Maschine die denkbar schlechteste Lösung. Bedauerlicherweise wird meine Sichtweise nicht von denen geteilt, die mir mit ihrer KI auf den Sack gehen. Amazon und Vodafone sind da solche Kandidaten …
Auch diese Erkenntnis ist nicht ursächlich für die Überschrift verantwortlich.
Nach der Registrierung bei MusicGPT – möglichst mit einer Fake-Email-Adresse – wird zunächst ein kostenloses Nutzer-Konto eingerichtet und 500 Kreditpunkte vergeben, die allerdings gerade für 5 Musiktitel in jeweils 2 Variationen reichen. Wer mehr will, wird – wie überall – brutal zur Kasse gedrängelt.
Diese Erkenntnis ist auch nicht überraschend.
Den ersten Titel habe ich ohne weitere Forderungen im Prompt als instrumentale Zufallsmusik im Genre „Quiet Library“ erstellen lassen. Nur, um mal zu erfahren, was da geht.
Unglaublich !! – Innerhalb einer Minute hat die KI ein Musikstück „komponiert“ und konsumierbar gerendert. Die Qualität des Renderings ist tadellos. Das Musikstück selbst ist allerdings nur für Anspruchslose brauchbar, auch wenn es offensichtlich den dafür allgemein anerkannten Regeln folgt, und deshalb nicht unlogisch erscheint.
Der zweite Versuch wurde im Prompt mit dem Wunsch verfeinert, einen instrumentalen Rag-Time mit einer Joe Satriani Gitarre zu bauen. Joe Satriani kennt die KI nicht wirklich. Ein gewisser Ansatz scheint erkennbar, ist aber weit von dem entfernt, was mir vorschwebte.
Der dritte Versuch mit der Forderung, dass jetzt bitte der Ragtime Style mit einem Piano und der Joe Satriani Gitarre in Tempo 90 gerockt werden soll, brachte nur Tempo 90 als Ergebnis. Der Rest war ebenfalls weit entfernt von dem was ich erwartet hatte. Aber insgesamt interessant und für Dia-Shows aufgrund der Strukturierung und klaren Taktabgrenzung gerade noch so brauchbar.
Meine Erkenntnis bis hierhin:
Mit der mir gerade zur Verfügung gestellten „einfachen“ KI lassen sich vielleicht in gewisser Weise anspruchslose Musikkompositionen realisieren, sofern man „real“ nicht mit „echt“ oder gar „authentisch“ gleichzusetzen versucht.
Ob das die kostenpflichtige KI-Version PRO 6.0 besser kann, dürfte fraglich sein.
Nicht fraglich hingegen erscheint mir die bei musikschaffenden Künstlern aufkommende Befürchtung, ob die KI sie ersetzen könnte.
Kann sie nicht. Zumindest nicht DIE, die richtige Musiker sind.
Joe Satriani z. B. wird die KI vielleicht mal als gelegentliche Anregung sehen, aber nicht als Konkurrenz und schon gar nicht als Bereicherung seiner musikalischen Fähigkeiten.
Wobei ich persönlich zudem noch befürchte, dass die von anderen Stellen bereits erkannte Hirnlosigkeit der KI in anderen Bereichen zum exponentiell ansteigenden Phlegma der unbedarften Benutzer führt. Denn die KI wird ja genau mit DEM Wissen einer Klientel gefüttert, die ohnehin nicht viel auf der Pfanne hat. Und die weltweit agierenden KI-Modelle lernen zudem auch untereinander voneinander. Aber keine KI ist fähig, weder die menschlichen Fehler noch die Fehler der anderen KI-Kollegen zu erkennen und zu vermeiden oder gar zu korrigieren. Und diese Fehler werden dann weitergetragen, vielleicht noch leicht verändert oder mit anderen Fehlern sinnlos ergänzt und den Menschen dann schlußendlich als Stand der Dinge und insgesamt als Wissen der Menschheit verkauft. Was hinsichtlich des mageren Futters nicht überraschend sein dürfte.
Irgendwann werden Menschen unkritisch das Wissen verinnerlicht haben, dass auf ’ne Pizza der Käse draufgeklebt wird, damit der hält.
Ich bin froh, wenn ich den Scheiß bald hinter mir hab …